Öffentlich & Privat


Die Kleidung des Menschen gilt heute als einer der wichtigsten Aspekte der nonverbalen Kommunikation. Mit ihr stellt der Träger dar, was er ist, was er sein will oder sein muss und teilt dies seinen Mitmenschen mit. Durch die Kleidung offenbart der Träger seinen gesellschaftlichen Status, seine materiellen Möglichkeiten, seine persönlichen Vorlieben und sein soziales Umfeld. Welche Kleidung getragen wird, hängt von den unterschiedlichsten Faktoren ab, unter anderem auch davon, ob man sich im öffentlichen oder privaten Raum bewegt.

In der Öffentlichkeit kommt der Kleidung sehr oft eine Schutzfunktion zu. Sie dient in erster Linie dazu, die Nacktheit zu bedecken. Aber auch die Arbeitskleidung erfüllt eine Schutzrolle, wenn sie Kälte, Hitze oder bestimmte chemische Stoffe abhalten soll. Ein weiterer wichtiger Funktionsaspekt der öffentlichen Kleidung ist auch die Zuodnung des Trägers in Bezug auf eine bestimmte gesellschaftliche Position und die damit verbundenen materiellen Möglichkeiten.

Im Privaten fungiert die Kleidung meist als Ausdruck persönlicher Vorlieben, wie z.B. die Sportkleidung als Symbol für die Ausübung einer bestimmten Sportart oder die betont lässige Freizeitkleidung als Synonym für eine legère Lebenseinstellung.

Ich habe versucht diese unterschiedlichen Kommunikationsaspekte der Kleidung im öffentlichen und privaten Raum aufzuzeigen. Dazu wurden Frauen und Männer aus verschiedenen beruflichen und sozialen Positionen bzw. Alterskategorien eingeladen, vor der Kamera ein Bild ihrer öffentlichen und privaten Kleidung zu kreieren. Die Auswahl der Kleidung oblag den Modellen, die Gestaltungsvorgaben beschränkten sich lediglich darauf, dass eine Körperhälfte die öffentliche und die andere Körperhälfte die private Kleidung repräsentieren sollte.

Das Projekt wurde im Rahmen einer Ausstellung in der Musikschule der Stadt Linz im Oktober 2009 präsentiert.