Anlinzen

Mit dem Projekt „ Anlinzen“– bestehend aus einem fotografischen Teil (Christian Hofstadler) und einem bildnerischen Teil (Otto Ruhsam) – wurde versucht, die architektonischen Wahrzeichen von Linz in einer besonderen Weise sichtbar zu machen: In der fotografischen Darstellung ist die eindeutige Identifikation von typisch urbanen Linzer Ansichten durch entsprechende Kamerastandpunkte und Bildausschnitte zunehmend aufgelöst. Einerseits verliert sich damit für den Betrachter die Einzigartigkeit von Linz in der entindividualisierten Menge aller Städte, andererseits gewinnt er durch die Hinterfragung von städtischen Identifikationsmerkmalen wiederum das Charakteristische von Linz zurück. Jedem dieser Fotos ist ein grafisches Bild zugeordnet, das sich auf bestimmte Details der fotografischen Vorlage reduziert. Ausgehend vom Anonymisierungsprozess der Fotografien ist auch für die grafischen Bilder eine eindeutige Zuordnung auf typische Merkmale von Linz zunehmend erschwert. Die abstrahierende Darstellung der Details unterstützt diesen Vorgang.
Das Projekt wirft damit vor allem Fragen nach bestimmten Identifikationsmerkmalen von Linz auf: Wie erkennen oder wissen wir, dass Linz Linz ist? Gibt es Charakteristisches, Eigenständiges, Unverwechselbares, sicher Erfassbares von Linz? Gibt es kulturelle, soziale, architektonische Merkmale, die nur in Linz anzutreffen sind? Sind es Grundrisse, Straßen, Plätze oder Geräusche und Klänge oder besondere soziale Sicherheiten, die wir mit Linz verbinden?

Das Projekt wurde im Rahmen einer Ausstellung im AKh Linz im Juli 2007 präsentiert.